Nach dem Erfolg der Serien True Blood and Generation Kill spielt Alexander Skarsgård plötzlich in einer neuen Liga. Jetzt warten mehr prestigeträchtige Projekte, von den großen Leinwand “Straw Dogs” zur Komödie “Puss” [ "Kuss" in schwedisch]. Martin Gelin begleitet den neuesten Hollywood-Star aus Schweden an einem normalen Tag in Los Angeles mit verrückten Agenten-Meetings, einer Tour durch Bars und Runden durch Klatsch-Seiten im Netz.

BLOODED TOOTH
[Erklärung: Blooded tooth - blutiger  Zahn - ist ein schwedischer Ausdruck den man benutzt, wenn man ein Gefühl für etwas bekommen hat und mehr davon will]

Alexander Skarsgård rast im silbernen Audi den Sunset Boulevard entlang, atemberaubend schnell. Wir fahren vorbei an West Hollywoods Nachtclubs, Saftbars, Scientology Kirchen und Veganer Cafés. Im hinteren Fenster des Wagens sagt ein großes rechteckiges Schild einen bekannten grünen Text “Bajen rocks!” [Bajen = Hammarby IF]. Wir haben fünfzehn Minuten, um nach Beverly Hills zu kommen, aber der Verkehr zu ist zu stockend.

Verdammt! Ich hasse es, zu spät zu kommen. Als ich heranwuchs, war mein Vater sehr streng in diesen Dingen. Wenn du nur 5 Minuten zu spät zum Essen kamst, musstest du einen wirklich guten Grund haben.

Alexander hat gesagt, er will nicht, dass dies ein “Vincent Chase-Artikel” über sein mutmaßliches glamouröses Leben in Hollywood wird. Er behauptet, wie andere Schauspieler auch, dass er ein ganz normales Leben führt.

Wirklich, ich arbeite die meiste Zeit.

Aber wie immer in LA neigt man dazu, Realität und Fiktion zu vermischen. Alexander hat ein Treffen mit der Agentur Endeavor, gegründet von (u.a.) Ari Emanuel – Ari Gold aus der Serie Entourage beruht darauf. Die meisten Szenen aus der Agentur wurden in realen Büros aufgenommen, auf dem Rodeo Drive in Beverly Hills.

Als wir endlich ankommen ist Alexander vier, fünf Minuten zu spät. Er springt aus dem Auto, wirft die Schlüssel einem Parkboy zu und wir nehmen den Fahrstuhl hinauf zu Endeavor, die genau wie in der TV-Show geräumige Büros aus Stein vortäuscht und mit Milchglas und weißen Möbeln eingerichtet ist. Fünf Mädchen, die wohl in Teilzeit als Modells arbeiten, sind in symmetrischer Linie an der Rezeption aufgereiht und beantworten Anrufe mit ihren Headsets.

Zwei Endeavor Angestellte mit teuer aussehenden Frisuren in schwarzen Anzügen und pastellfarbenen Hemden begrüßen Alexander, geben ihm einen freundlichen Schlag auf die Schulter und imitieren eine berühmte Szene aus Entourage.

Du weisst, wie wir sind für dich da, huh? “Apple! Pepsi! Alexander! Wir machen aus dir eine Marke!”

Im vergangenen Frühjahr verlor Skarsgård’s Agentin ihren Job in einer der kleineren Agenturen der Stadt, also war Alexander gezwungen, die Zusammenarbeit mir ihr in einer kleineren Agentur fortzusetzen oder sich nach einer der größeren Agenturen umzusehen. Also verbringt er die Woche mit einem halben Dutzend Sitzungen in verschiedenen Agenturen – und gibt zu, dass es ein ganz schöner Ego-Trip sein kann, von Büro zu Büro gehen, wo jeder versucht, ihn davon zu überzeugen, wie gut er ist und warum sie in Zukunft unbedingt zusammen arbeiten müssten.

Abgesehen von Endeavors “Rolle” in Entourage ist sie nicht die renommierteste Agentur im Umkreis. Es ist ein relativ neues Unternehmen, das eine Nische bei jüngeren, hipperen Akteuren gefunden hat. Sie sind an vorderster Front, haben aber möglicherweise nicht das breiteste Netzwerk oder das erfahrenste Personal.

Vor ein paar Jahren wäre Endeavor das perfekte Zu hause für Alexander gewesen, doch es ist viel in seiner Karriere in letzter Zeit passiert. Er hatte zwei Hauptrollen in den Serien des angesagten TV-Senders HBO, der Vampirserie True Blood und der Irak-Mini-Serie Generation Kill.

Aus seinen laufenden Projekten sticht “Straw Dogs” heraus, ein Remake des klassischen Sam Peckinpah Films aus dem Jahr 1972. Darin ist Alexander mit Kate Bosworth (die seine Ex-Freundin spielt) und James Woods (der seinen Fußball-Trainer spielt) zu sehen. Während einer Pause beim Dreh flog er nach Visby, [die größte Stadt auf der schwedischen Insel Gotland] um beim neuen Film von Johan Kling, “Puss” mitzumachen.

Im Moment macht Skarsgård eine Gratwanderung am Rande dieser exklusiven Gruppe von Schauspielern, deren Namen, das ist richtig, Markennamen sind, und er klettert höher, sobald es um einen Agentenwechsel geht. Er möchte gerne den Einstieg in eine der größeren Agenturen schaffen.

Die haben immer eine Menge Last auf ihren Schultern getragen. Sie lassen die Dinge geschehen, sie stellen sicher, dass du den richtigen Regisseur und den richtigen Produzenten triffst. Gleichzeitig willst du eine Agentur, die dir Prioritäten einräumt. Wenn du in der gleichen Agentur wie Tom Cruise bist, ist da auch immer das Risiko, hart aufzuschlagen. Ich glaube, ich bin nicht wirklich interessiert an dieser Seite der Industrie. Ich muss meinem Manager und meinem Bauchgefühl vertrauen können. So wie: “Nee, der Typ war so ein aufgeblasener LA-Agent.”

Früher am Tag hatten wir Lunch in der “Hungry Cat”, einem tollen Seafood-Restaurant, welches – typisch für diese Stadt – hinter einer langweiligen Shopping-Mall verborgen liegt. Alexander ist geblendet, obwohl es ein Uhr nachmittags ist. Er hat die ganze Nacht lang eine Szene für True Blood aufgezeichnet.

Wir fingen um 11 Uhr abends an und drehten bis fünf Uhr morgens. Da es eine Vampir Serie ist, müssen alle Outdoor-Szenen in der Nacht aufgenommen werden. Die Szene, die wir gedreht haben, machte Spaß, weil wir Schwedisch sprachen. Es war ein Rückblick auf die alten Wikinger-Tage und der Regisseur wollte es realistisch haben, also fanden sie einen Professor aus Chicago, der ein Experte dafür ist, wie Menschen um das Jahr 900 gesprochen haben. Man versteht nicht wirklich ein Wort, es klingt wie Isländisch.

Kannst du uns ein paar Zeilen vorsprechen?

Nein, kann ich nicht, haha. Es klingt wie Mist.

Wie sind die Aufnahmebedingungen in True Blood im Vergleich zu Generation Kill?

Es ist ein Stück Zucker im Vergleich zu Generation Kill. Klar, wir drehen manchmal 16 Stunden am Stück, aber dann bist du fertig und kannst dich zwei Tage lang erholen. Generation Kill bedeutete 145 Tage drehen in Afrika, und wir drehten 142 davon 12 Stunden am Tag. Wir lebten so sieben Monate lang.

Was passierte wirklich damals, als deine Schauspielkarriere in Hollywood begann?

Ich war hier im Urlaub vor zehn Jahren, als mein Vater gerade hier filmte. Seine Managerin hörte, dass ich in Schweden früher Schauspieler war. Sie schlug vor, ich solle versuchen, einige Auditions zu besuchen und das tat ich. Die erste, die ich machte, war für Zoolander – und ich habe diese Rolle bekommen. Dann hatte ich meinen eigenen Agenten. Danach war ich für zwei Jahre in Schweden am Theater, bekam aber keine interessanten Film-Drehbücher. Im Jahr 2004 begann das Pendeln zwischen Stockholm und Los Angeles. Ich dachte, wenn ich schon hier vertreten werde, könnte ich es genauso gut auch da versuchen.

Warst du hier oft mit Stellan als Kind?

Er brachte immer die ganze Familie zu Filmaufnahmen mit, also sind wir viel gereist, aber er hat nicht wirklich viel in LA gedreht. Er drehte eher in Holland, Schottland, Irland, Frankreich, Griechenland, Kambodscha, Ungarn … Er war kein international bekannter Schauspieler als ich aufgewachsen bin. Erst mit “Breaking the waves” fing es an, und dann mit “Good Will Hunting”, aber zu diesem Zeitpunkt war ich schon ausgezogen. Ich habe Geschwister, die fast 20 Jahre jünger sind als ich, die haben ein ganz anderes Leben mit ihm gelebt, sie haben den Hollywood-Glamour erlebt und vieles mehr. Als ich jung war arbeitete er vor allem im Theater. Ich sah ihn kaum, weil er Proben hatte in der Nacht. Wenn ich meinen Vater sehen wollte, musste ich durch die Katakomben des Dramatischen Theaters laufen und ihn suchen.

Alexander Skarsgårds Art zu sprechen erinnert mich ein wenig an Menschen, die ich aus Stockholm kenne. Menschen, die in der Kulturszene von Södermalm aufgewachsen sind. Seine Art zu sprechen ist abgehackt, trotzdem entspannt, mit viel Slang und Flüchen, während er Ibsen und Tolstoi aus der hohlen Hand zitiert.

Hinter dem unbeschwerten Söderkisen [Ein Mensch aus Södermalm] in einem Bajen-Hut gibt es noch viel mehr zu entdecken.  Ein kulturell erfahrener Schauspieler, der in gefühlter jahrelanger Tätigkeit sein Vermächtnis und seine Identität gefunden hat.

Kinder von Prominenten entwickeln oft eine Menge von Komplexen und haben ein unerträgliches Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, aber Alexander zeigt keinerlei Anzeichen dafür. Er erzählt großzügig Geschichten von seinem “Dad” und bestreitet, dass es Stellan war, der ihm die ersten Türen in Hollywood öffnete, indem er ihm einen Agenten besorgte.

Du hast Cafe im vergangenen Jahr erzählt, dass du eifersüchtig auf Freunde warst, die “normale” Eltern mit einem “normalen” Job und einem “normalen” Auto (Saab) hatten. Hast du jemals an eine konventionelle Karriere gedacht und daran, die Schauspielerwelt zu meiden?

Ja. Ich hatte ein paar Jobs als Kinder-Schauspieler, aber ich habe das nie als Karriere gesehen. Als ich älter wurde begann ich darüber nachzudenken, wie meine Freunde und ihre Eltern lebten, über Status und solche Dinge, über das Tragen der richtigen Jeans … Da dachte ich, was zur Hölle, ein Rotwein-Trinkender Theater-Boheme, der nackt in der Küche raucht? Das Leben der Freunde, deren Väter schicke Anzüge trugen, einen Saab 9000 fuhren und am Abend immer zu Hause waren schien mir so viel erstrebenswerter. Es war hart mit einem Vater, der nachts immer unterwegs war.

Aber?

Aber als ich älter wurde, sah ich die positiven Seiten, dass es viele kreative und interessante Menschen in meinem Leben gab, dank der kaputten Punks, die mein Vater immer angeschleppt hat.

Du hast deinen Wehrdienst als ein Marine Soldat abgeleistet – das war wie eine Reaktion auf das Boheme-Leben, nicht wahr? Du musstest im Grunde dich selbst erkennen und wählen, ob du Wehrdienst machst oder nicht.

Klar, ich war tatsächlich in dieser Situation. Ich war 19 und dachte, ich könnte entweder für 6 Monate den Rucksacktouristen im Zug geben, nach Bangkok zum Kaffee gehen, oder Wehrdienst tun. Aber natürlich fragst du dich, wenn du vier Tage hintereinander im Dreck liegst: Warum mache ich das? Vor allem, wenn du Postkarten von Freunden aus Australien bekommst, die mit Kängurus abhingen. Aber rückblickend habe ich es keine Sekunde lang bereut.

Und dann gingst du nach New York. Wie war das?

Ich war zwanzig und stieg in eine Schauspielschule ein. Ich hatte geplant, dort vier Jahre zu leben und zu studieren. Doch dann traf ich in der ersten Sommerpause ein Mädchen in Schweden. Ich verließ die Schule und ging nach Hause für die Liebe. Sie war 17 und ich war 20. Wir kannten uns nicht einmal wirklich, wir hingen nur ungefähr vier Wochen miteinander rum und waren gerade frisch verliebt. Es endete nach genau 4 Tagen.

Vor zwei Jahren bist du dauerhaft nach L.A. gezogen. Kannst du dir vorstellen, hier zu bleiben?

Nein Ich fühle mich wohl, solange ich arbeite, die ganze Stadt ist rund um die Film-Branche aufgebaut. Es ist ein sehr kreatives Umfeld. Aber ich vermisse die Intensität der normalen Städte. Du siehst hier nicht viele Menschen, nur Autos. Es gibt 15 Millionen Menschen in LA, aber du siehst mehr Menschen auf den Straßen in Skövde [eine schwedische Kleinstadt] als hier. Es gibt gute Restaurants, gemütliche Cafés, all das, aber die Spontaneität verschwindet ein wenig, wenn du immer dein Auto brauchst, um irgendwo hinzukommen. Erst musst du irgendwo parken. Dann gehst du Abendessen und hättest gerne noch eine Flasche Wein getrunken? Aber das kannst du nicht, weil du noch heimfahren musst.

Mit wem verbringst du deine Freizeit?

Unter anderem mit der Hälfte der Leute aus Generation Kill. Sie leben hier.

Sind die ein wenig wie deine Freunde vom Wehrdienst?

Ja, irgendwie schon. Es war ein besonderes Erlebnis, sieben Monate alleine mit diesen Menschen in der Wüste zu verbringen. Es gab niemanden sonst um dich herum.

Was ist das Schwerste an der Anpassung an LA, abgesehen vom Fahren?

Die Menschen können sehr oberflächlich sein. Es gibt eine Menge von “Toll, wir gehen morgen dann Mittagessen!” und dann sagst du in guter schwedische Manier: “Okay, sagen wir 14 Uhr?” Aber es passiert nie. Viele Sachen werden geplant, aber sie passieren nicht, und daran bist du einfach nicht gewöhnt. Zur gleichen Zeit gibt es hier eine unwahrscheinliche Energie. Du darfst Träume und Visionen von Dingen haben, die nicht hundertprozentig der Norm entsprechen, Dinge, die in Schweden schwerer zu akzeptieren wären. Alles, was abweicht gilt als ein wenig beängstigend zu Hause.

Nach dem Treffen von Alexander Skarsgård bei Endeavor sieht er ein wenig beunruhigt aus. Er erklärt, dass es sehr gut geklappt hätte, aber das sei das Problem. Das heißt, er muss seinen alten Agenten fallen lassen. Er fingert nervös an seinem BlackBerry und sagt, dass das folgende Gespräch genau so schwer ist wie “Schluß zu machen”.

Alexander beschließt, seine Bald-Ex-Agentin in einem Cafe in Beverly Hills zu treffen, und während wir auf ihre Ankunft warten, gehen wir einkaufen im Kaufhaus Barney’s auf der anderen Straßenseite.

Es sind fünf Stockwerke voll mit Designer-Kleidung, von den traditionellen Luxusmarken bis hin zu neuen, jungen Designern. Marc Jacobs und Prada sowie Thom Browne und Band of Outsiders.

Alexander findet schnell den APC-Abschnitt im vierten Stock und fingert an einer marineblauen, taillenlangen Canvas-Jacke mit dezentem Manchesterkragen.

Es ist so etwas wie eine Carhartt Jacke für die obere Klasse, sagt er und probiert sie zufrieden vor dem Spiegel an.

Es ist schick, aber die Ärmel sind ein wenig zu kurz. Nicht einmal Größe XL ist immer groß genug für den 1,94 m großen Alexander Skarsgård.

Was denkst du über den Kleidungsstil hier in LA?

Es gibt Hipster in den Rock-Clubs in Silverlake, die aussehen wie die in New York oder im (Rock-Club) Debaser in Stockholm. In Hollywood gibt es eine Menge Geld. Vorzugsweise sollte das auch gut sichtbar sein, und sie übertreiben ein wenig. Anstelle eines normalen Jacketts kaufen sie eins mit Totenköpfen auf der Rückseite und langen Fransen am Ärmel.

Mehr ist eben mehr.

Genau. Sie müssen es immer raushängen lassen, sie wollen Hemden, die zeigen, dass sie nicht langweilige Bürojungs sind, die den ganzen Tag nur in Büros sitzen, also ist es wichtig, Totenschädel auf dem Rücken haben. Es gibt eine Menge von Ed Hardy-Mode hier, aber das ist nicht wirklich mein Stil. Es macht mir Kopfschmerzen.

(Anm. der Übersetzung: Mir auch!)

Welche Art Kleidung gefällt dir?

In der gleichen Weise, wie ich über LA Mode urteile, denken die bestimmt, ich kleide mich super langweilig. Ich würde nicht sagen, ich bin konservativ, aber ich habe wahrscheinlich eher den nordischen Stil, gerade und klassisch. Ich mag Whyred, Fifth Avenue Shoe Repair, Akne, Raf Simons, Rick Owens.

Hattest du eine bestimmte Kleidungs-Periode in deinem Leben, die dir jetzt peinlich ist?

Während einer Periode rebellierte ich gegen Schwedens “gerade Genug” Einstellung. Ich kaufte eine rosa Hose, ein paar Strings und eine Art Kindermütze mit: “Alexander”. Ich wünschte, ich könnte sagen, dass ich damals 14 war. Aber ich war wohl 21. Fuck, können wir nicht 14 sagen?

Später am Abend treffen wir eine Menge Freunde von Alexander aus Generation Kill. Evan Wright – auf welchem der “Vanity Fair”-Journalist der TV-Serie basierte – hat gerade ein neues Buch herausgebracht und hat ein Event in einem Buchladen am Farmer’s Market.

Er war bei den Aufnahmen in Afrika dabei und hat den Kontakt mit den Schauspielern danach gehalten. In Wright’s neuem Buch, Hell Nation, geht es um die Schattenseiten der USA – er verbrachte einige Zeit mit Neonazis, Crystal Meth Abhängigen, Pornostars und verrückten Verschwörungstheoretikern.

Bei Barnes & Noble liest er aus seinem Buch, während die Generation Kill Gang in der ersten Reihe höflich zuhört. Danach fahren wir in ein Restaurant in der Nähe. bestellen Burritos und Bier. Das Gespräch dreht sich um die Schwierigkeiten (die Ups und Downs einer Schauspielkarriere) und die weniger ernsten Seiten (ein Schauspieler, nicht Alexander, prahlte vor kurzem, er “hatte Sex mit einem Zwerg in Las Vegas”). In den meisten Fällen ist es allerdings Evan Wright, der redet. Er scheint es zu genießen, dass ein Journalist anwesend ist, und dass alles, was gesagt wird somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könnte. Er gibt, neckisch und begeistert, unter anderem Informationen über das Privatleben von Alexander preis.

Laut Wright versucht Alexander, wie ein “komplizierter Schwede” durch “Allein zu Parties kommend und wehleidig über sein hartes Leben als Single sprechend” aufzutreten. Der Wahrheitsgehalt dessen ist unklar. Alexander lacht, zuckt mit den Schultern und sagt: “Sicher …”

Später kommt ein Mädchen, das aussieht wie eine junge Version von Audrey Hepburn. Sie kam gerade von einem Modelljob und setzt sich neben einen der Freunde Alexanders, ist aber meist mit ihrem BlackBerry beschäftigt. Evan Wright wird ungeduldig und fragt, ob sie Alexander’s Kumpel ist. Ohne aufzublicken antwortet sie:

Nö, wir machen nur miteinander rum.

Im Auto nach Hause sprechen wir über Alexanders Träume von der Zukunft. Seine zwei Jobs für HBO haben ihn in eine neue Liga in Hollywood katapultiert.

Eigentlich bekam ich die Rolle in “True Blood” vor Generation Kill, aber es dauerte lange, bis wir mit den Aufnahmen beginnen konnten, dass ich eben vorher mit Generaion Kill angefangen habe. Dann riefen sie mich nochmal wegen True Blood an, als ich gerade in Mosambik war und Generation Kill drehte. Zu meinem Glück gab es damals den Autoren Streik. Dadurch hat sich True Blood verzögert, und ich konnte immer noch mitmachen. Ich hatte Glück.

Atmest du nun karrieretechnisch freier?

Nein, ich glaubte es zuerst, als ich diese beiden Rollen bekam, jetzt bin ich … drin, aber ich merke, ich mache mir diese Gedanken darüber, was als Nächstes geschehen wird. Was mache ich in sechs Jahren? Ich glaube, du hast diese Unsicherheit einfach, wenn du selbstständig bist.

Mit welchem Regisseur würdest du gerne drehen?

Mit Gus van Sant. Paranoid Park war so enorm gut, es hat mich extrem hart getroffen. Ich würde gerne jemanden spielen, der unsicher ist, jemanden, der weniger Alpha-Männchen ist. Davon hatte ich schon jede Menge.

Im Spätsommer, ein paar Monate nach unserem Interview in Los Angeles, rufe ich Alexander an als er in Louisiana zu Dreharbeiten zu dem Film Straw Dogs steckt. Die Rolle: ein weiteres Alpha-Männchen.

Ich spiele Charlie, einen Football-Spieler, dem besten in seinem Team in der Schule, ein Junge mit einer viel versprechenden Zukunft. Aber er wird verletzt und muss in seiner kleinen Stadt als Tischler arbeiten. Er ist verbittert, dass er nicht die Chance bekommen hat weg zu gehen. Nach einer Weile kommt seine Ex-Freundin mit ihrem neuen Mann in die Stadt zurück, ein Intellektueller Drehbuchautor aus Hollywood. Der Film handelt davon, wie Charlie damit umgeht, seine Ex mit jemandem zu sehen, den er nicht als ganzen Kerl betrachtet.

Straw Dogs wird in Shreveport, einer mittelgroßen Stadt in der Mitte des klassischen amerikanischen Südens, gedreht. Es liegt nur ein paar Stunden entfernt von New Orleans, aber kulturell in einer anderen Galaxie.

Alles dreht sich um Religion, Fußball und Kanonen, stellt Alexander fest.

Im Vergleich zu Hollywood, wie war es bei den Dreharbeiten zu Johan Kling’s Film Puss auf Gotland?

Da gab es natürlich große Unterschiede. Es gibt alleine so viele Menschen, die nur das Essen machen hier in Louisiana, das wäre fast die gesamte Crew in einem schwedischen Film.

In Schweden hat Skarsgård sich daran gewöhnt, dass er erkannt wird, aber mittlerweile passiert das auch in den USA. True Blood  hatte einen erfolgreichen Sommer und Alexander ist seit seiner Rolle als “Eric” auch auf den Straßen von LA bekannt.

Dies hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Zur Zeit gibt es Gerüchte über Alexander und Evan Rachel Wood (auch aus True Blood), nachdem die beiden zusammen in Louisiana gesehen wurden. Der Blogger Perez Hilton schrieb kläglich, daß Skarsgård “etwas Besseres verdient hat”. Alexander seufzt.

Wir sind nur Freunde aus der Serie. Es ist die Art von Müll, mit der man leben muss.

Alexander hat mittlerweile eine neue Agentur gefunden. Es ist nicht Endeavor und auch nicht die kleinere Agentur seiner alten Agentin, es ist der Riese Creative Artists Agency. Sie vertreten Stars wie George Clooney, Julia Roberts, Sean Penn, Bob Dylan und Shakira.

Das Gespräch mit seiner Ex-Agentin ist vorbei und es war nicht so schwer wie Alexander befürchtet hatte.

Sie verstand mich. Ich meine … Ich wäre, wenn ich bei ihr geblieben wäre, eine Art Zlatan gewesen [Zlatan Ibrahimovic, schwedischer Fußballspieler] der von Malmö zu Brommapojkarna wechselte, anstatt zu Ajax.

Stimmen über Alexander Skarsgård

Talrik Saleh – Regisseur des Films Metropia

Von außen sieht er ziemlich schmerzfrei aus – er hat einen fantastischen Job in Hollywood, er ist ein großer Kerl, den alle Mädchen wollen, eine Menge Leute beneiden ihn. Aber wenn er nur das wäre, würde er nie die Rollen bekommen haben, die er hatte. Er kann einen undankbaren Charakter spielen, aber man mag ihn trotzdem, weil es sich anfühlt, als gäbe es etwas in ihm, das zerbrechlich ist. Eine geheimnisvolle Schwachstelle. Eine andere Sache, die ich an Alexander mag, ist, dass er wirklich, wirklich trinken kann! Wenn du versuchst, mit ihm Schritt halten, endest du mit einer Alkoholvergiftung und bringst dich selbst unwiderruflich in Verlegenheit.

Anders “Moneybrother” Wendin
Künstler und Freund

- Alexander hasste ich mein ganzes Leben lang, weil er so gut aussah. Doch dann traf ich ihn vor sieben Jahren auf Gotland, und es war einfach unmöglich, ihn nicht zu mögen. Ein verrückter, intelligenter, guter Mensch. Vor ein paar Wochen hat er einen Hammer gebracht. Er lud mich zum Bajen gegen AIK-Spiel in Råsunda ein. [Bajen und AIK sind rivalisierende Fußballteams, Råsunda ist das AIK-Stadion]. Bajen wurde platt gemacht. Danach bot uns ein Bajen eine Mitfahrgelegenheit an, doch Alexander bestand darauf, die U-Bahn zu nehmen. Wir landeten in einem Abteil voller schreiender AIK-Fans. Ich trug neutrale Kleidung, aber Alex trug Grün und Weiß [die Hammarby Farben] von Kopf bis Fuß. Plötzlich war der Wagen völlig ruhig. Dann fing Alexander plötzlich an, Bajen Verse zu schreien, und zwar so laut er konnte. Ganz allein. Ich dachte, wir werden sterben. Jeder im U-Bahn-Wagen starrte uns an. Am Anfang war es der pure Hass, aber nach ein paar Haltestellen wurde die Atmosphäre freundlich. Die Gnagarna [Spitzname für AIK-Fans] fingen an zu schreien “Bajenpigs, Bier und Kokain” [Anti-Bajen SPrüche] … und Alexander rief die gleichen Dinge zurück.

Fotos zum Interview

Share

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

 

Neu in der Galerie

017.jpg
011.jpg
012.jpg
009.jpg
013.jpg
010.jpg

Zur Galerie

Archive

Kategorien

Amazon Links

Twitter

AskarsGermany als App

Alexander-Skarsgard.de gibts ab sofort auch als App für Android. Damit ihr auch unterwegs auf dem Laufenden seid. Einfach abscannen und downloaden.

QR Code