David Simon, der Autor/Produzent hinter “The Wire”, erklärt, wie ein 1,95 m großer Schwede seine Irak-Miniserie “Generation Kill” zum Leben erweckte.
“Ehrlich, ich war mir nicht sicher ob Alexander Skarsgard der richtige Mann war, um Brad Colbert in “Generation Kill” zu spielen. Ich habe einiges gesehen, was Regisseurin Susanna White in den frühen Castings von ihm sah: ein krummes Lächeln, stoische Ruhe, die Wut des Kriegers im Inneren verschlossen und stumm.
Aber ich machte mir Sorgen wegen des schwedischen Akzents, welcher an diesem Punkt ziemlich ausgeprägt war und sicher auffallen würde. Und Alex war zu groß. Der wirkliche Colbert war nur durchschnittlich groß, sogar fast dürr. Er führte mit Charakter und Vorbild, nicht mit physikalischer Präsenz.
Aber dann ging Skarsgard an die Arbeit. Bei jedem Vorlesen brachte er ein Stück mehr des Marines zum Vorschein, den wir wollten, den wir einforderten. Er begrub bei jeder Lesung wieder ein Stück jeglicher Gefühlsregung. Er nahm all die brutale, militärische Nomenklatur an, immer ein Stück nach dem anderen. Nach kurzer Zeit gaben wir alle Susanna recht.
Ein Jahr später kam der wirkliche Brad Colbert auf seinem Motorrad von Pendelton daher um zu sehen, was Hollywood aus seinem Leben gemacht hatte. Er sah sich die Szene an, als “unser” Brad “unseren” Ray ausschimpfte, als sie im Irak ankamen. Er lächelte kaum merklich.
“Nicht schlecht, von einem 1,95 m großen Schweden gespielt zu werden?” bot ich ihm als Vorlage an.
“Ich werde damit leben können.” sagte der echte Colbert, trocken wie ein Brot — eine Zeile, die Alex direkt unterschrieben hätte.”
Der Artikel erschien im Dezember 2008 von Men’s Journal.


